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Mittwoch, 24. Mai 2017

Es ist besser ein Licht anzuzünden, als die Dunkelheit der Welt zu beklagen.“ 
schrieb ein Besucher der OMBILI-Stiftung.

news 2 2013Auf dem Gelände einer ehemaligen Farm in Namibia versucht die Ombili-Stiftung den vom Aussterben bedrohten Khoi-San (Buschleuten) das Leben in unserer Welt zu ermöglichen. Ziel ist es, die jahrhunderte alten Traditionen dieser afrikanischen Ureinwohner in einer veränderten Umwelt zu bewahren. Unterstützt wird das Projekt in hygienischen und medizinischen Belangen vom „Freundeskreis Gesundheit für Ombili Berlin- Brandenburg e.V.".
Von Frauke von Versen


Im September 2000 durchquerten wir, das heißt zwei befreundete Ehepaare und ein enger Freund mit zwei Jeeps Namibia im südwestlichen Afrika. Es ist kaum möglich, dieses eindrucksvolle Land zu beschreiben mit seinen endlo­sen Weiten, spektakulären Landschaften, seiner wechselvollen Geschichte und vor allem seinen interessanten freundlichen Menschen unterschiedlichster Abstam­ung und Hautfarbe. Den tiefsten Ein­druck hat jedoch der Besuch der Ombili­-Stiftung bei uns allen hinterlassen. Die Ombili­-Stiftung versucht mit großem Engagement, im Norden Namibias auf dem Gelände einer ehemaligen Farm einer Gruppe von Khoi­San (Buschleu­ten) das Leben in unserer Welt zu ermög­lichen.

Die San sind die ältesten bekannten Ureinwohner des südlichen Afrika, deren Lebensweise sich über Jahrhunderte kaum verändert hat und deren Existenz als Volksstamm vom Aussterben be­droht ist. Diese Jäger und Sammler der Kalahari können in unserem Jahrtau­send in ihrer traditionellen Daseinsform nicht überleben. Durch die Siedlungs­strukturen mit der Aufteilung und Ein­zäunung zu Farmland sind die Lebens­räume der San zum Jagen und Sammeln von Wurzeln, Pflanzen und Nüssen nicht mehr existent. Es ist schwer, ein Volk, das völlig andere Lebensformen im Ver­gleich zu unseren Traditionen seit Jahr­hunderten durchlebte, einen sanften Übergang in die Neuzeit zu ermöglichen. Auch das enorme Wissen dieser Men­schen um die Zusammenhänge in der Natur würde mit ihrem Aussterben ver­schwinden.

Die San lebten in Gruppen von etwa 30 Personen, zogen mit ihrem Hab und Gut, das meist nur etwa 10 Kilogramm schwer war, durch die Weiten der Kalahari. Alles, was sie an Wild erlegten und an Früch­ten sammelten, wurde in der Sippe ge­teilt. Wir wurden sehr nachdenklich, als wir Einblicke in die Lebensphilosophie der San bekamen. Für unseren Kultur­kreis überraschend, existierten in der Sprache der San die Worte „bitte" und „danke" nicht, weil das gegenseitige Helfen und Unterstützen als Selbstver­ständlichkeiten gelten und dafür keine Worte nötig sind. Die Lebenshaltung der San besteht in der Reduzierung des Lebens auf das Wesentliche. Reichtum liegt nicht im Besitz sondern im Zusam­menhalt der Sippe, im Teilen mit Gleich­gesinnten.

Ombili, der Name bedeutet Frieden, be­gann seine Arbeit 1989 circa 200 km nördlich vom jetzigen Standort der Farm Hedwigslust. Diese Farm wurde 1990 vom damaligen Besitzer Klaus Mais­ Riche dem Ombili­Projekt zur Verfügung gestellt. Es gab 300 San ein neues Zu­hause. Der Garten wurde gerodet, Gras­hütten für die San errichtet, Ziegelsteine selbst hergestellt, eine Schule, Lehrer­ häuser und ein Gemeinschaftszentrum errichtet. 1993 wurde mit dem ersten Schulunterricht begonnen und 1994 ein Kindergarten eröffnet. Der Unterricht gestaltet sich schwierig, weil es kaum ausgebildete Lehrer gibt, die die San­ Sprachen sprechen.

10.000 Hektar Farmland stehen inzwi­schen der Gemeinschaft von Ombili für den Anbau von Hirse, Bohnen, Sammeln von Beeren, und Früchten und für die Rinderzucht zur Verfügung.

2004 entstanden erste Lehmhäuser und im Januar 2005 wurde ein Schülerheim für die Kinder entfernt lebender Sippen eröffnet.

Für die medizinische Betreuung ist eine kleine Krankenstation entstanden, die von aus Deutschland zu Ombili gekom­menen Krankenschwestern betrieben wurde. Einmal im Monat kommt die Buschambulanz, das ist eine Kranken­schwester der staatlichen Gesundheits­fürsorge, die zum Beispiel Impfungen vornimmt. Der nächste Arzt befindet sich im rund 100 Kilometer entfernten Tsumeb. Die Frauen bringen ihre Kinder mit Hilfe ihrer Stammesschwestern zur Welt. Große Probleme bereiten Durchfall­erkrankungen, Verletzungen, Malaria und Hauterkrankungen. Die Lebenser­wartung der San lag in der Vergangen­heit bei nur 45 Jahren.

Beeindruckt von der Lebensphilosophie der San und vom großen Engagement der Mitarbeiter der Ombili­-Stiftung ent­schlossen wir fünf Besucher noch vor Ort, unser Mögliches zu tun, die Gemein­schaft von Ombili im medizinischen und hygienischen Bereich zu unterstützen.
Im November 2000 gründeten wir den „Freundeskreis Gesundheit für Ombili Berlin ­Brandenburg e.V.", der inzwischen 30 Mitglieder hat. Wir unterstützen seit­dem in Absprache mit den Mitarbeitern der Stiftung konkrete Arbeitsbereiche und Projekte.

Durch unsere beiden jährlich im Sommer und Winter stattfindenden „Afrikani­schen Sommernächte" und Benefiz-Konzerte „Winter in Afrika" konnten wir unter anderem erreichen, dass inzwi­schen jeder San eine eigene Decke be­sitzt, die Kinder im kalten afrikanischen Winter Schuhe haben, Malariaerkrankun­gen behandelt werden konnten, Moskito­netze und Gazefenster für das Schüler­heim angeschafft wurden und einiges mehr. Zweimal war es mit Unterstützung der Bundesluftwaffe möglich, gespende­
te Hilfsgüter wie Krankenhaustextilien, Handtücher, Bälle für die Kinder und an­dere Sachen nach Namibia zu senden.

Eine weitere Möglichkeit den San zu hel­fen, erreichen wir durch den Verkauf ihres Kunsthandwerkes – aus Tamboti­holz geschnitzte Tiere, geflochtene Körbe, Ketten aus Straußeneierschalen, Holzperlen, Makalaninüssen, Mobiles für Kinder u.a. Im September 2004 bei un­serem zweiten Besuch in Namibia konn­ten wir uns von den großen Fortschrit­ten bei Ombili überzeugen. So helfen in­zwischen einige San auf der Kranken­station mit und der große eindrucksvolle Obst und Gemüsegarten garantiert die Eigenversorgung mit diesen Lebens­mitteln.

Aber Ombili ist ohne Hilfe von außen noch nicht lebensfähig. Neben der Unter­stützung in medizinischen und hygieni­schen Belangen durch unseren Freundes­kreis wird die Gemeinschaft seit Jahren unter anderem vom Lionsclub Mosbach und dem Ombili­Freundeskreis Nort­heim sehr engagiert in den anderen Lebensbereichen unterstützt.

Viele für uns einfache alltägliche Dinge sind nach wie vor für die San von Ombili im Bereich von Wunschträumen. Dazu zählen zum Beispiel Schränke, Regale und Tische. Da es mittlerweile fast immer Strom gibt, wäre auch ein Com­puter für die inzwischen beträchtlichen Verwaltungbelange sinnvoll. Die sehr einfach eingerichtete Krankenstation
benötigt Verbandsstoffe, Nahtmaterial, Desinfektionsmittel, Instrumentarium für kleine chirurgische Eingriffe, ein Mikroskop, Material für ein einfaches Labor, eine Untersuchungsliege, eine Lupe, Lampen und vieles mehr.

Unser Freundeskreis würde sich sehr freuen, wenn durch diese Information über die Ombili­Stiftung sich weitere Unterstützer finden ließen. Über jeden Kontakt wären wir sehr dankbar. „Es ist viel besser ein Licht anzuzünden, als die Dunkelheit dieser Welt zu beklagen" schrieb ein Besucher der Ombili­-Stiftung.


Verfasser:
Dr. med. Frauke von Versen
Fachärztin für Gynäkologie
Vorsitzende des Freundeskreises Gesund­heit für Ombili Berlin Brandenburg e.V.

Kontaktadresse:

Freundeskreis „Gesundheit für Ombili Berlin Brandenburg e.V."
An der Wildbahn 41, 16348 Basdorf
Tel.: 033397/70017
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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