Tagesbericht vom 03.06.2020

Die 14. Woche bei Ombili ist angebrochen.  Ich habe mich nun doch entschieden, wieder einmal einen Tagesbericht zu schicken. Der “Mai-Bericht” wird sicher etwas länger dauern, und muss dann dazwischen geschoben werden.

Der heutige Morgen fing gleich mit einer kleinen Aufregung an. Der Knirps (Almos Asser) Sohn von Sakaria Asser (Vorarbeiter Werkstatt) hatte sich beim Raufen mit anderen Jungs das halbe Ohr komplett eingerissen.  Vor-Ort-Versorgung konnte nur behelfsmäßig geschehen. Es musste genähnt werden, was wir nicht dürfen. In den Fingern gejuckt hat es aber schon. Joao Numba hat den Jungen in die Ambulanz nach Oshivelo gebracht und gleich noch drei Mütter mit Neugeborenen zur Sprechstunde mit genommen.

Almos Asser

Am Vormittag gab es jedoch auch angenehmere Aufgaben, wie zum Beispiel die Übergabe einer kompletten Schuluniform und von Privatkleidung an Martha Huritsus (Bilder Martha 1 & 2). Sie gehört zu den besten Schülerinnen ihrer Klasse, wenn nicht der ganzen Schule. Der Vater Lazarus arbeitet in der Druckwerkstatt und ist auch ein begnadeter Schnitzer (Bild Lazarus HURITSUB)). Die Finanzierung der Sachen wurde von Paten aus dem Freundeskreis möglich gemacht.

Martha 1
Martha 2
Lazarus HURITSUB

Wir haben in diesem Jahr bereits acht Babies bekommen. Alle erhalten ein sog. “Baby Welcome Package” (Willkommenspaket) mit einer Grundausstattung an Babybekleidung und –pflegemitteln. Auf Grund des Shutdown erhalten Fereira (Bild Willkommenspaket) und die Mutter Monika HAIMBES das Paket diesmal etwas verspätet.

Willkommenspaket

Auch unsere Bäume im Zentrum mussten daran glauben und werden Stück für Stück gestutzt. Hier ein Bild mit Pieter Koboseb (Bild Bäume 1 & 2), ansonsten Mitarbeiter in der Druckwerkstatt.  Das Holz dieser Bäume ist nahezu weiß, sehr weich und kann leicht brechen, in Hausnähe nicht erwünscht. Es wird gern zum Schnitzen benutzt.  Pieter Koboseb und Lazarus Huritsub müssen noch auf die in der Nähwerkstatt fertig gestellten Gesichtsmasken warten und werden aus diesem Grund anderweitig eingesetzt. Bedruckt sehen die Masken dann wie in der Anlage abgebildet aus (Bild Masken 1, Bild Masken 2 mit Manager Sakkie van der Merwe).  Der Renner in Tsumeb! Wir können damit zumindest ein kleines Einkommen generieren.  Inzwischen bereiten wir ca. 120 Masken für die Vorschule und die erste bis dritte Klasse der Grundschule vor (Unterricht ab 22. Juni).

Bäume 1
Masken 1
Bäume 2
Masken 2

Zwischendurch hatte ich einige Schnitzer und Pflechterinnen von Körben ins Office eingeladen, um mit ihnen über die Weiterentwicklung ihrer Arbeiten zu reden und gemeinsam mit Gabriel David (erster  Büroleiter aus der San-Gemeinde) entsprechende Vorschläge durchzusprechen. Als Beispiel an dieser Stelle sei Namandiki Sitji genannt. Er hat erstmalig ein Spitzmaulnashorn hergestellt. Die Voraussetzungen für eine spezielle, sich von anderen unterscheidende Schnitzerei sind gut, so dass wir verschiedene Stücke (flach für Postkarten und Magnettiere, verschiedene Größen von Tieren von sehr klein bis groß) durchsprechen konnten (Bild Namandiki). Es gibt inzwischen einen Bilderkatalog mit natürlichen Tieren, an Hand derer wir die Qualität und die körperlichen Details gut beschreiben können.

Namandiki

Besuch hatten wir auch.  Der Regionalrat (Regional Council) hat im Rahmen der Corona-Hilfe (Bilder Corona-Hilfe 1 & 2) gefrorenen Fisch, Maismehl und Lebensmittelpakete für die besonders Bedürftigen geschickt. Wir haben zum Glück freie Hand bei der Verteilung.

Corona Hilfe 1
Corona Hilfe 2

Auch US AID, eine amerikanische Hilfsorganisation (Bild US AID) kam vorbei, um mit uns das Programm für die nächste Zeit zu beraten. Hierbei geht es hauptsächlich um soziale Belange und Gesundheitsvorsorge. Die Vor-Ort-Mitarbeiter kommen aus Namibia. Ich meine, es gibt hier noch ein sehr großes Entwicklungspotential. Wir werden sehen.

US AID

Eigentlich wurde der Tag von unseren Umräum-Aktivitäten bestimmt. Ich nenne es gern “Frühjahrsputz”, obwohl wir ja gerade Winteranfang haben (Strickmützen werden immer beliebter - Bild Gemeindechor). Der Plan ist die räumliche Umordnung im Office-Gebäude, verbunden mit Putzen und Aufräumen. So haben wir das hintere Büro umgeräumt, ein neues Büro (vorn im Gebäude) für unseren neugebackenen “General Office Manager” Gabriel David eingerichtet und das große Bürolager (Bild Aufräumen) weitestgehend in Ordnung gebracht.

Gemeindechor
Aufräumen

Der Tagesabschluß wurde wie an jedem Mittwoch von der Probe unseres Gemeindechores bestimmt (Bild Gemeindechor).

Gemeindechor

Ach ja, fast hätte ich es vergessen, die Drainage hinter unserem “Reihenhaus” (zwei Lehrerwohnungen und meine Unterkunft) wurde in Akkordarbeit neu gelegt (Bild Reihenhaus). Nur die Wasserleitung muss noch repariert werden. Joao Ndumba (Mitglied des Managements und u.a. verantwortlich für die Farm) hat die letzten und schon verkauften Bullen aus der Herde zum Abtransport zusammen gestellt (Bild Rinderherde).

Reihenhaus
Rinderherde

Mit besten Grüßen,
Rüdiger von Versen

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