Kurzbericht 2. April bis 4. April 2020

Wie bereits berichtet, stellt sich die namibische Regierung sehr konsequent den Herausforderungen der Corona-Pandemie. Dies bezieht sich sowohl auf eine deutliche Polizeipräsenz zur Einhaltung der Ausgangssperre, als auch auf umfassende Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung.

Am 03. April fand eine Veranstaltung des Büros des Präsidenten (Abt. für Minderheiten) gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium bei uns in der Gemeindehalle statt. Hier wurde u. a. sehr ausführlich über Hygienemaßnahmen gesprochen. Martin Aromo (Vorschullehrer der Ombili-Grundschule) diente als Übersetzer. Ombili hat diesbezüglich mit der Bereitstellung von Desinfektionsmitteln sowie desinfizierender Flüssigseife in den Schwerpunktbereichen mit Publikumsverkehr, u.a. in Küche, Ambulanz und Office, aber auch mit umfangreichen Schulungen und schriftlichen Anleitungen zum hygienischen Verhalten bereits vorgearbeitet. Die Produktion von Mund- und Nasenschutz läuft.

 

Corona

Das Betreten des Stiftungsgeländes ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Vorstandes bzw. des Managements gestattet. Die Tore sind geschlossen. Hinweise in Englisch und Afrikaans weisen auf diesen Umstand hin. Nach der Schichtübergabe der Security-Mitarbeiter wird noch schnell eine Runde Domino gespielt.

Gate
Gate

Im Garten ist inzwischen eine Menge los. Es regnet zwar noch immer und z. T. auch recht heftig. Die Abstände zwischen den Schauern  aber vergrößern sich deutlich. Der Boden kann dadurch langsam trocknen.  Wir konnten bereits einen Großteil der Fläche pflügen. Der Kompost aus dem vergangenen Jahr ist “reif” und kann eingesetzt werden. Neue Komposthaufen sind im Aufbau. Gras wird zur Erhaltung von Feuchtigkeit um Zitrusbäume und Papayas geschichtet.

Kompost

Am Samstag wurde bei Familie Ndumba geputzt und gewerkelt (Bild Familie Ndumba 01). Die Jugend spielt um Dorf Otjolo Fußball und die Ambulanz aus Oshivelo holt eine Frau mit Schwangerschaftsbeschwerden ab.

Familie Ndumba
Fußball
Ambulanz

Wie an jedem Sonntag hält Joao Ndumba den Gottesdienst in der Gemeindehalle. Wenn erforderlich, dann übersetzt Regina Erastus (Vorarbeiterin in der Nähwerkstatt) die eine oder andere Passage. Es wird auch getanzt und geklatscht.

Gottesdienst
Gottesdienst

Nachmittagsspaziergang: Im Dorf Otjolo treffe ich Petrina TSAM mit ihren Enkeln. Stolz zeigt sie das von ihr angelegte und gepflegte Kürbisbeet. Solche Pracht gibt es nur zur Regenzeit. Danach ist das Wasserschleppen zu beschwerlich.

Petrina TSAM
Petrina TSAM

Ein eigentümliches Bild: Eine neue Trockentoilette inmitten der traditionellen Häuser von Nepara.

Trockentoilette

Die neue Woche beginnt mit dem ersten Arbeitstag unserer Schüler aus den Sekundarschulen in Tsumeb, Tsitsabis und Tsumkwe. Ihre Schulen sind geschlossen. Nun sind sie freiwillig zwei Wochen für Ombili im Garten, bei der Pflege des “Buschmann-Lehrpfades” und in der Gemeindereinigung tätig. Die Stimmung ist gut und es wird wirklich hart gearbeitet.

Die Schülerinnen kümmern sich um den Lehrpfad, der sich hinter dem Kulturzentrum befindet. Dort wird in normalen Zeiten den Touristen vermittelt, welche Pflanzen von den San genutzt wurden und wie man Fallen stellen konnte.
Bilder: Buschmann-Pfad 01 nach dem Regen und vor dem der Reinigungsaktion, Buschmann-Pfad 02 während der Reinigungsaktion.

Buschmann-Lehrpfad
Buschmann-Lehrpfad

Die Jungs sind fleißig und schweißtreibend im Garten mit dabei. Gras wird je nach Wert zur Kompostierung oder zur Zwischenlagerun für die Fütterung der Rinder in der Trockenzeit gemäht. Zugewachsene Flächen werden gerodet.

Garten

Zwischendurch bringen Nepando Shikanga (li.) und Phillipus Bartolomeus (re.) die von ihnen in wochenlanger Arbeit geschlagenen Poles aus dem Busch. Sie dienen den Farmern als Zaunpfähle für die Rinderzäune. Die Form entspricht zwar nicht unseren Normenvorstellungen, das Hartholz Tamboti widersteht dafür aber jedem Termitenangriff.

Poles
Poles
Poles

Auch hier helfen Gartenarbeiter und Schüler gemeinsam mit, z. B. beim Sägen der Poles auf definierte Längen. Es befindet sich bereits eine erhebliche Anzahl im Lager. Die Dorfbewohner tragen so zur deutlichen Verbesserung ihrer Einkommen bei. Für die Stiftung ist es ein “Bankguthaben” für die Zeit nach der Krise und die Lockerung der Beschränkungn auch der wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit.

Poles
Poles

An den Nachmittagen laden wir, die Schulschließung nutzend, Schülerinnen und Schüler mit Lernschwächen und deren Eltern zu Gesprächen ein. Gemeinsam beraten wir mögliche Ursachen (häusliche, schulische), führen u.a. Lese- und Schreibtests durch und legen Lernprogramme fest, die dann einmal oder mehrmals wöchentlich überprüft werden.  Die Eltern werden stets mit in die Pflicht genommen. Bild Erastus FRANS  mit seinen Eltern. Er besucht die zweite Klasse und hat eine erhebliche Leseschwäche. Das von uns aufgestellte Programm wird nun auch von seiner Cousine Kilikie (li. im Bild) begleitet. Sie ist Abiturientin und arbeitet bis zum Studienbeginn im Office. Golden SHEEFENI (Bild) besucht die vierte Klasse. Er wurde trotz unzureichender Zeugnisse “weiter gechoben”, da er bereits die dritte Klasse wiederholen musste. Dieses “weiter schieben” kann aus unserer Sicht nicht der richtige Weg sein, da dadurch keine Probleme gelöst werden können, sondern ebenfalls nur in der nächst höheren Klassenstufe landen. Eine verhängnisvolle Herangehensweise.

Erastus FRANS
SHEEFENI

Abschließend noch ein Bild, auf das wir ein wenig stolz sind. Die Mittagsversorgung für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule und der Kindergartenkinder auch während der Schulschließung und trotz der Krise funktioniert. Allen Spendern in Deutschland dafür unseren herzlichen Dank.

Mit besten Grüßen,
Rüdiger von Versen

Milipap

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